Samstag, 20.04.2024

Hinweis für Teilnehmende: Der Hauptvortrag und drei der sechs Arbeitsgruppen finden auch digital statt.

09.00 Uhr Begrüßung
Abousoufiane Akka, Guttempler in Deutschland e.V., Hamburg

09.05 Uhr - 09.40 Uhr Vortrag im Plenum  "Digitale Selbsthilfe als Sozialraum: Wandel der Welt der Selbsthilfegruppen?"
Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, Universität Köln

09.40 Uhr - 09.45 Uhr  Einführung in die Gruppenarbeit

10.30 Uhr - 13.00 Uhr Arbeitsgruppen (vormittags)
14.30 Uhr - 17.00 Uhr Arbeitsgruppen (nachmittags)

Die Arbeitsgruppen vom Vormittag (1-6) wiederholen sich am Nachmittag! Die Arbeitsgruppen 1, 2 und 4 können auch digital besucht werden.

Arbeitsgruppen

Aufgrund geringer Anmeldezahlen findet diese AG am Nachmittag nicht in Präsenz statt!

Wenn ein Mensch an einer Sucht erkrankt, betrifft dies immer auch das soziale Umfeld,
darunter Familienmitglieder, Verwandte sowie enge Freundinnen und Freunde. In der
Begleitung erleben Angehörige oft eine Doppelbelastung: Einerseits unterstützen sie die
Erkrankten; andererseits leiden sie selbst unter den Herausforderungen der Situation.

Die Sucht-Selbsthilfe hält für Angehörige verschiedene Angebote bereit. Dazu gehören auch
Beratungsangebote von Angehörigen für Angehörige. Hier haben Ehrenamtliche ein offenes
Ohr und machen Menschen Mut, die Ähnliches erlebt haben oder sich als Angehörige in
einer vergleichbaren Lebenssituation befinden. Als Expert:innen aus eigener Erfahrung
bieten sie Unterstützung und Begleitung in schwierigen Situationen und informieren
Angehörige über Suchterkrankungen, Selbsthilfe und Versorgungsstrukturen.

In der Arbeitsgruppe haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, die Herausforderungen der
Beratung von Angehörigen durch Angehörige mit erfahrenen Ehrenamtlichen zu diskutieren.
Die verschiedenen Hilfeangebote der Sucht-Selbsthilfeverbände werden vorgestellt und
Erfahrungen können ausgetauscht werden.

Referierende: Käthe Ellmann, Blaues Kreuz der Ev. Kirche e.V. (BKE), Dortmund
Wolf Hafner, Bundesverband der Elternkreise suchtgefährdeter und suchtkranker Söhne und
Töchter e.V. (BVEK), Grosselfingen
Claudia Lenius, Guttempler in Deutschland e.V., Hamburg
Moderation: Andrea Ostertag, Guttempler in Deutschland e. V., Hamburg

Wie kann das Thema Suchtgefahren an jüngere Zielgruppen herangetragen werden? Welche Sprache und welche Begrifflichkeit braucht es dafür? Welche (digitalen) Formate gibt es und wie wirken sie?

Aktuell ist die klassische Selbsthilfegruppe noch das meistgenutzte Angebot, über das auch jüngere Menschen einen Zugang zur Sucht-Selbsthilfe finden. Doch die Bedürfnisse jüngerer und älterer Generationen unterscheiden sich: Wie reagieren gerade jüngere Menschen auf digitale Selbsthilfe- und Präventionsangebote? – Anhand von zwei spannenden Beispielen aus der Praxis thematisiert die Arbeitsgruppe die Kommunikation mit jüngeren Menschen in der Sucht-Selbsthilfe.

Kevin Böhm, Podcast-Macher und Initiator von „gluecklichsuechtig.de“ stellt vor, wie der Podcast und die Initiierung einer Online-Selbsthilfegruppe einen großen Zulauf von jüngeren Menschen mit Glücksspielproblemen erhalten hat. Basierend auf seinen Podcast kann er den Teilnehmenden weitere Anregungen in der Selbsthilfearbeit bei der Kommunikation mit jüngeren Menschen geben.

Jessica Kück von blu:prevent präsentiert das Präventionsangebot des Blauen Kreuzes Deutschland (BKD), welches verschiedene digitale Präventionsangebote für jüngere Menschen entwickelt. Darunter auch ein webbasiertes Videoportal, auf dem jüngere Menschen viel Interessantes um die Themen Gesundheitsförderung, Konsumkompetenz und Sucht finden können. Unter dem Motto „Versuchung sucht Grenzen“ knüpft blu:prevent an die Lebenswelt der Jugendlichen an. Es soll erläutert werden, wie Tools auch für die Sucht-Selbsthilfe eingesetzt werden können.

Referierende: Jessica Kück, blu:prevent, Blaues Kreuz Deutschland e.V., Wuppertal (digital zugeschaltet)
Kevin Böhm, gluecklichsuechtig.de,
Moderation: Hartmut Görgen, Fachverband Glücksspielsucht e.V., Bielefeld

Die Arbeitsgruppe ist am Vor - und Nachmittag leider ausgebucht!

Oft fokussiert sich der Blick auf den suchtkranken Menschen, wenn es um suchtbelastete Familien geht. Eine gängige Annahme ist: Die suchtkranke Person solle bald ihre Erkrankung überwinden, dann werde schon wieder alles gut. Wenn nicht, dann rette sich wer kann! Die dauerhafte Trennung scheint vermeintlich die einzige Lösung zu sein. Andererseits halten viele Angehörige die Beziehung bis zur Selbstausgabe aufrecht.

Jürgen Naundorff, Sucht- und Sozialtherapeut, schaut auf die Beziehungsmuster in suchtbelasteten Familien. Sie sind häufig ein Wirkfaktor, neben anderen, für die Entstehung von Suchterkrankungen. Beziehungsmuster in Familien (und darüber hinaus) haben eine jahrzehntelange Entwicklung hinter sich. Die einzelnen Familienmitglieder fördernde oder eher belastende Beziehungsmuster bilden sich in der Regel bereits in der Kindheit heraus. Sie werden im Erwachsenenalter häufig weitergelebt und haben sich meist unbewusst verfestigt.

Das mag zuerst einmal beängstigend klingen, wenn es sich um schwierige Muster handelt. Die gute Botschaft daran: Beziehungsmuster sind veränderbar. Das ist herausfordernd. Jürgen Naundorff wird anhand eines Beispiels einer suchtbelasteten Familie zeigen, dass diese Arbeit lohnenswert ist. Stellen sich der suchtkranke Mensch und die Angehörigen den Beziehungsmustern, die in der Familie gelebt werden, können sie gemeinsam Veränderungen bewirken. Entlastende, fördernde Beziehungs- und Kommunikationsmuster können entdeckt und eingeübt werden.

Referierende: Jürgen Naundorff, Blaues Kreuz in Deutschland e.V., Wuppertal
Moderation: Manfred Fiedelak, Blaues Kreuz in Deutschland e.V., Wuppertal

Sucht-Selbsthilfe ist durch eine hohe Diversität, Flexibilität und Offenheit gekennzeichnet. Es gibt unterschiedlichste Gruppen, bezogen auf Geschlechtszugehörigkeit, Philosophie, Zielorientierung, Aktivitäten, Zugang usw. Zugleich existieren eingefahrene Strukturen und Verständnisse, die manchen Menschen den Zugang zur Sucht-Selbsthilfe erschweren. Dazu möchten wir ins Gespräch kommen und gemeinsam diskutieren, wie die Sucht-Selbsthilfe sich weiter öffnen und alternativen Formaten mehr Raum geben kann.

Prof. Dr. Rebekka Streck wird in Konzepte von Diversität und Niedrigschwelligkeit einführen. Zugleich gibt sie einen Überblick über die Bandbreite der Sucht-Selbsthilfe. Auch mögliche Barrieren der Teilnahme werden herausgearbeitet.

Ausgehend von Debatten bei JES e.V., von denen Claudia Ak berichten wird, werden wir diskutieren, welche Barrieren die anwesenden Teilnehmenden erleben oder erlebt haben. Welche Debatten bezüglich der Öffnung oder neuer Anspracheformen werden in den Gruppen aber auch Verbänden geführt? Wer hat von Innovationen zu berichten? Wo gibt es Ähnlichkeiten und Unterschiede? Schließlich entwickeln wir gemeinsam Ideen, wie bisher unterrepräsentierte Gruppen angesprochen und ermutigt werden können, eigene alternative Formate zu erproben.

Referierende: Prof. Dr. Rebekka Streck, Evangelische Hochschule Berlin, Claudia Ak, JES Bundesverband e.V., Berlin
Moderation: Prof. Dr. Rebekka Streck, Evangelische Hochschule Berlin, Berlin

Die Arbeitsgruppe ist am Vor- und Nachmittag leider ausgebucht!

Die Sucht-Selbsthilfe ist im Wandel – seit eh und je. Gesellschaft und Selbsthilfe sind ein Wechselspiel. Seit einigen Jahren wird die Wandlungsfähigkeit von Selbsthilfeorganisationen nicht zuletzt durch die Coronapandemie, sondern auch durch demografische und technische Entwicklungen auf die Probe gestellt.

Verbände und die Engagierte der Sucht-Selbsthilfe sind aktiv: Sie arbeiten intensiv daran, mehr Menschen zu gewinnen und wirksame Angebote für Betroffene zu machen. Doch wie können, wie sollen zukunftsfähige Angebote der Selbsthilfe aussehen, um Menschen in ihrem sozialen Umfeld noch (besser) zu erreichen? – Dazu entwickelt die Arbeitsgruppe Ideen und Handlungsmöglichkeiten.

Sarah Dregger, Blaues Kreuz der ev. Kirche Landesverband NRW e.V., und Regina Müller, DHS, thematisieren mit den Teilnehmenden der Arbeitsgruppe:

  • Welche Ideen und Visionen gibt es, um Betroffene (Menschen mit Suchtproblemen und Angehörige) in ihrem sozialen Umfeld zu erreichen?
  • Wie können diese Menschen in ihrem Alltag - an ihrem Arbeitsplatz, in ihrer Schule, bei ihren Freizeitaktivitäten, bei ihren gesundheitsbezogenen Aktivitäten - angesprochen werden?
  • Welche Schritte braucht es, um Menschen mit Vorbehalten den Weg in die Sucht- Selbsthilfe zu ebnen?

Moderation: Sarah Dregger, Blaues Kreuz der ev. Kirche Landesverband NRW e.V., Bochum
Regina Müller, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Hamm

Aufgrund geringer Anmeldezahlen findet diese AG am Vormittag nicht statt!

Innerhalb der Sucht-Selbsthilfelandschaft hat u.a. die demografische Entwicklung zu starken Einbußen innerhalb der Vereins- und Angebotsstruktur geführt. Mit geeigneten Maßnahmen versuchen Sucht-Selbsthilfe-Träger dieser Entwicklung entgegenzutreten. Ein selbsthilfeorientiertes Training kann eine weitere Maßnahme sein, um auf den Hilfebedarf von Angehörigen und konsumkompetenz-orientierten Betroffenen zu reagieren und mehr Menschen für die Sucht-Selbsthilfe zu erreichen.

Das zugrundeliegende Training ist angelehnt an das CRAFT-Training von Dr. Gallus Bischof /Universität zu Lübeck (Community Reinforcement Approach Family Training): Ein Training für alle Angehörigen - ausdrücklich für Eltern, Partner:innen, Söhne, Töchter, Freund:innen, die einen suchtgefährdeten oder suchterkrankten Menschen in ihrer Familie und Nähe haben und lernen wollen hilfreiche Strategien anzuwenden. Inhalte sind u.a. das Training eines positiven Kommunikationsstils, der sinnvolle Einsatz von Ressourcen sowie die Entwicklung von Problemlösungsstrategien und Motivation.

Die Arbeitsgruppe setzt sich eingehend mit verschiedenen Fragestellungen rund um die Anwendung des an die Selbsthilfe angepassten CRAFT-Trainings auseinander: Wie ist es möglich, konstruktiv und mit den vorhandenen Ressourcen verbunden zu bleiben? Wie lassen sich Ressourcen strategisch und zielorientiert einsetzen?

Am Beispiel des CRAFT-Trainings, das betont nicht-konfrontativ arbeitet und gerade daher so gut wirkt, werden gemeinsam individuelle Strategien erarbeitet, die darauf abzielen, positiven Einfluss zu gewinnen sowie Ressourcen sinnvoll zu nutzen.

Dies eröffnet auch die Möglichkeit, zieloffene Betroffene in Sucht-Selbsthilfegruppen zu integrieren. Bislang wenig erreichte Zielgruppen können so wirksam integriert werden.

Referierende: Claudia Huhmann, AWO Bezirksverband Potsdam e.V., Potsdam
Moderation: Heike Timmen, AWO Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V., Berlin

13.00 Uhr - 14.30 Uhr Mittagspause

14.30 Uhr - 17.30 Uhr Arbeitsgruppen (nachmittags)
Wiederholung der Arbeitsgruppe 1-6 vom Vormittag

17.00 Uhr - 17.30 Uhr Zusammenfassung der Arbeitsgruppenergebnisse
Abousoufiane Akka, Guttempler in Deutschland e.V., Hamburg

17.30 Uhr Ende des Tages